Tuesday, 29. may 2012 2 29 /05 /Mai /2012 13:15

In meiner Handtasche fehlt meistens irgendwas. Der Hausschlüssel, das Portemonnaie, das Bahnbillette, Taschentücher oder Lipgloss. Aber niemlas, wirklich niemlas fehlt ein Buch. Bis letzten Freitag...

 

So sitze ich also wie gewohnt bei Starbucks und trinke mein Mittagessen. Doch irgendwie ist das peinlich. Um mich herum sitzen lauter Studenten. Alle damit beschäftigt dicke, bildende Bücher zu lesen, auf ihren Smartphones rumzufummeln oder gewichtig auf den Laptop zu tippen. Und ich? Ich habe kein Buch, mein Smartphone liegt aunaufgeladen irgendwo in einer Ecke meiner Wohnung, in der ich es nicht mehr finde und in meinen Laptop habe ich auch nichts einzutippen. Ich fange an zu grübeln, ob vielleicht das der Grund ist, warum ich nicht studiere.

 

Doch das Gespräch am Nebentisch widerlegt meine Überlegungen gründlich. Da werden zwei Daen auf englisch gefragt, wo denn das nächste Klo sei, und die beiden verstehen kein Wort. Nu  ja, soll vorkommen, peinlich nur wenn man erzählt welche "schwierigen philosophischen Probleme" sie wieder behandelt hätten.

 

Plötzlich wird mir die Sonne geraubt, von einer indischen Grossfamilie die sich alle vor dem Starbucks-Emblem aufstellen um ein Foto zu machen. Man könnt meinen in Indien gäbe es keinen Starbucks. Nachdem sie endlos diskutierten oder stritten (Ich verstand shliesslich nur das Wort "Frapuccino") kaufte der Grossvater widerwillig einen(1!) Muffin. Um diesen einen Muffin scharte sich fortan alle 6(sechs!) Menschen und pickten daran rum.

 

Schlussendlich setzten sich ein junger Mann und eine Frau um die vierzig an einen Nebentisch und da erzählte dieser junge Herr, der gar nicht so dumm aussah, dass er sein Studium nach dem Bachelor nicht mehr weiterführen will. Er wolle nun seinen Nebenjob zu seinem Vollzeitjob machen. Schliesslich verdiene er mit dem Barkeepern recht anständig Geld. Seine Begleitung, zieht nur die Augenbraue hoch. Ich bewundere diese Selbstbeherrschung und folgere, sie kann unmöglich die Mutter unseres Barkeepers sein. Der fährt munter weiter, und erzählt er mache 40 Franken Trinkgeld an einem Abend. Spätestens jetzt ist bedaure ich den armen Kerl. Der sollte besser noch ein Semester Mathematik studieren um sich ausrechnen zu können, dass falls, er seinen Bachelor nicht gerade in Philosophie erlangte, er mit einem Studium wohl bedeutend mehr verdienen würde als, er das als Barkeeper tut. Zusätzlich würde ich ein Psychologiestudium vorschlagen um zu lernen, wie man mit einfachen Tricks mehr Trinkgeld kriegt.

 

Nun ja, so neigte sich meine Mittagspause dem Ende zu und ich hatte nicht nur etwas Beschäftigung gefunden, sondern auch noch ganz nebenbei, meinen Blog mit lauter Banalitäten gefüttert

von Miss Propper
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Wednesday, 2. may 2012 3 02 /05 /Mai /2012 19:20

Haben Sie gestern auch diese Zivilcourage- Sendung gesehen? "Was würden Sie tun?", hiess sie. Und haben sie das streitende Paar im Cafe gesehen? Das war O-Ton Kaiserpinguin und ich. "Ich wartete eine halbe Stunde draussen! Kannst Du nicht sagen, dass du hier bist?" Diese  Worte könnten echt Kaiserpinguins Mund entsprungen sein.

Nur, ich bin nicht so ein verschupftes Hühnchen wie die Schauspielerin. "Selber doof! Würdest du einmal zuhören, nur ein einziges Mal, dann wäre das alles gar nicht passiert!", klingt eher nach einer Antwort von mir.

 

Doch, ich gebe zu es hat mich etwas verstört. Scheinbar sind solche Dialoge nicht normal. Offensichtlich gibt es Paare, die nicht ständig so komunizieren. Mein Blick haftet sekundenlang auf Kaiserpinguin. Und dann, die Erleuchtung! Woher nimmt der Kerl das Recht so mit mir zu sprechen? Aus dem Nichts motze ich: "Du sprichst immer so unhöflich mit mir! Sei nett, sonst kläffst du draussen weiter!" Kaiserpinguin schaut mich erst etwas ratlos an, öffnet den Mund, schliesst ihn wieder, schaut grimmig, steht auf und zischt: "Zicke!". Da haben wir es mal wieder!

 

Den Rest des Tages verbringen wir schweigend.

 

Schmollend sitze ich vor dem Fernseher und schaue mir eine Sendung über deutsche Dilaekte an. Auf Platz vier rangiert der Berliner Dialekt. "Selbst wenn ein Berliner nicht agressiv ist, hört es sich an, als wenn er einem gleich an die Gurgel springen möchte." Belehrt mich der Fernsehmoderator. "Bleistifte, sowas haben wir hier nicht! Sehen sie hier irgendwo Bleistifte? Ne, also was fragen sie denn?", äfft irgend so ein Heini einen Berliner Schreibwarenhändler nach. Ich muss doch etwas schmunzeln und blicke mal nach Kaiserpinguin rüber.

 

Was kann den der arme Kerl dafür, dass man in der Bundeshauptstadt nicht höflich komunizieren kann? 

 

Auch Kaiserpinguin blickt auf, lächelt und sagt: "Ich liebe dir." 

 

Geht doch!

von Miss Propper - Community: miss-propper-allein-zu-haus
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Wednesday, 18. april 2012 3 18 /04 /Apr. /2012 18:39

Auf Manches wartet man bekanntlich ein Leben lang. Manchmal umsonst.

 

Eine ähnliche Sehnsucht trug auch ich mit mir rum, seit ich weiss wie man Hollywood schreibt, oder viel mehr solange wie ich Filme wie Susi und Strolch liebe, also noch viel länger. Schon als kleines Mädchen träumte ich davon, dass ich einmal einen reichen (ja mit sieben ist man noch naiv) Mann kennen lernen werde, in dem er mich anrempelt und mir hilft meine unzähligen Chanel-Einkaufstaschen einzusammeln. Oder dass wir beide während einem Platzregen Schutz unter einem Storenvordach eines Luxusrestaurants suchen. Oder, eine meine Lieblingsfantasien seit ich 101 Dalmatiner kenne, dass wir wie die Besitzer von Pongo und Perdita im Park förmlich aneinander gefesselt werden.

 

Und heute war es soweit: Mein Cinderella-Moment!

 

Nach einem Gratulationsgespräch mit einer frischgebackenen Mami (dessen Kind übrigens den gleichen Zweitnamen erhielt wie mein Vorname, dies nur so am Rande) eilte ich schnell ins Migros um noch die letzten Zutaten für mein Mittagessen zu besorgen, als es geschah. 

 

Ich sah den kleinen verspielten Wuschel an der langen Leine schon von Weitem, wie er fröhlich auf mich und Leslie zu sprang. Leslie, einer neuen Bekanntschaft nie abgeneigt, zerrte ebenfalls zu dem Kleinen hin. Ehe wir uns versahen tollten die Kleinen fröhlich um uns herum. Einen Augenblick später, war ich umwickelt von zwei Hundeleinen. Der nette Herr am anderen Ende von Wuschels Leine versuchte mich irgendwie da wieder raus zu kriegen.

 

Und ich? Was mache ich, in dem langersehnten Moment?

 

Leider das, was ich immer tue. Ich senke meinen Blick (nein, nicht kokett, nur schüchtern), werde rot und sage unhaufhörlich: "Ach, das macht nichts... wirklich kein Problem...sowas kann passieren." Kaum bin ich wieder befreit, gehe ich schnell meines Weges und schimpfe über ich. Was bin ich doch nur für ein Mauerblümchen!?

 

 

von Miss Propper - Community: miss-propper-allein-zu-haus
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Thursday, 5. april 2012 4 05 /04 /Apr. /2012 17:23

Sechs harte, anstrengende Jahre bin ich nun mit Kaiserpinguin zusammen. In anderen Paarbeziehungen werden solche Jubiläen gross gefeiert. Nur Kaiserpinguin will mich, glaube ich, gar nicht erst an Geschenke und teure Restaurants gewöhnen.

 

Auch ich habe nichts geplant. Schliesslich war das letzte Geschenk, ja völlig überflüssig 5 Jahre  . 

 

So verläuft dieser Tag wie jeder andere. Ich gehe ins Büro, koche, putze und gehe einkaufen. Als ich da Abends zur besten Feierabendzeit an der Kasse stehe, vollbepackt mit Steaks, Cola und Erdnussflips, frage ich mich: "Warum nur, tue ich das? Warum mühe ich mich nur so ab?

 

Schliesslich haben mich die sechs Jahre mit Kaiserpinguin eine Unmenge Nerven gekostet. Fairerweise muss ich auch sagen ich habe auch einiges gewonnen: Etliche graue Haare und einige Extrapfunde von der vieln Schokolade die ich aus Frust in mich rein stopfte.

 

Und nun? Ich finde ich habe eine Belohnung verdient. Vielleicht hat Kaiserpinguin doch etwas... Ach Quatsch! Selbst ist die Frau. So gerife ich doch zum Selection Zartbitterschokoladeneis mit 80% Kakao-Anteil, einer Grosspackung Maccarons und dem verlockenden Badesalz aus dem Toten Meer.

 

Zu Hause angekommen, wartet Kaiserpinguin bereits im Jogginganzug auf dem Sofa sitzend auf mich. Ich packe meine Schätze aus, und er... er reagiert gar nicht. Provokativ zähle ich die Preise auf. Kaiserpinguin schaut mich etwas ratlos an. Ich versuche ihm auf die Sprünge zu helfen: "Habe ich mir zur Feier des Tages gekauft." Man sieht förmlich, wie es in seinem Gehirn rattert. "Wurdest du etwa befördert, oder hast du eine Gehaltserhöhung gekriegt?" Schön wärs! Ich glaubs ja nicht, der Kerl hat echt keine Ahnung!

Zur Strafe zwinge ich ihn während der ganzen Lets Dance- Folge meine Füsse zu massieren. Ich löffle genüsslich mein Eis, stopfe mich mit Maccarons voll und geniesse meine Fussmassage. Ab und zu schwinge ich einen Gürtel als Peitsche und sage in strengem Ton: "Fester! Die Ballen müssen fester durchmassiert werden!"

 

Wenn ich es mir recht überlege, eine Beziehung ist schon eine gute Sache. Man muss nur die Regeln klar stellen. 

 

von Miss Propper - Community: miss-propper-allein-zu-haus
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Sunday, 19. february 2012 7 19 /02 /Feb. /2012 18:00

Da habe ich letztes Mal wohl den Mund ganz schön voll genommen. Momentan fühle ich mich gar nicht intelligenter als der Rest der Welt, nicht mal intelligenter als Homer Simpson. Aber wie sagt man so schön: Hochmut kommt vor dem Fall.

 

Wahrscheinlich habe ich ein paar Mal zu viel gelangweilt in die Runde geschaut, mir die Nägel lackiert oder unter dem Vorwand aufs Klo zu müssen, einen neuen Starbucks- Kaffee (Beim nächsten Mal kostets, echt!) geholt. Denn nun hat die nette Theologin mich vom Rest des Moduls dispensiert wenn ich "eine kleine Arbeit" schreibe.

 

Pah, kleine Arbeit! Ein Klacks für ein Genie wie mich. Dachte ich zumindest.

 

Leider sitze ich nun hier und sollte eine Arbeit über den "Sinn von Christi Kreuz und Tod" schreiben. So entwerfe ich einen Überblick über die künstlerische Darstellung Jesu Leiden von der Hochgothik bis heute. Versuche die Frage zu beantworten ob Jesus ein politischer Revolutionär war, und als wäre all das noch nicht genug, suche ich verzweifelt (ehrlich verzweifelt) nach ein paar schlauen Sätzen zur Theodizee-Frage am Beispiel von Ausschwitz. Da haben dutzende von namhaften, hochstudierten Theologen versucht auf diese quälende Frage eine Antwort zu finden und sind allesamt gescheitert und nun sollte ICH, eine Antwort finden!?

 

Der Rest dieser Truppe aus gelangweilten Hausfrauen, die allesamt mehr Zeit hätten als ich, müssen nur ein paar Fotos mit hochliterarischen Texten wie (Achtung: Realbeispiel!): Jesus ist mein Freund, abgeben.

 

Ernsthaft, ich will doch nur ein Zettel auf dem steht, dass ich Schulkindern biblische Geschichten erzählen kann und keinen Doktortitel.

 

Ich leide also; fürchterlich leide ich. Ich fühle mich unsäglich dumm und meine Familie lacht auch noch über mich! Kaiserpinguin findet es sei endlich an der Zeit, dass ich die Grenzen meines Verstandes kennenlerne. Ich sei ja schon nervtötend arrogant. Die grosse Prinzessin sagt nur: "Stell dich nicht so an! Ich muss jeden Tag schwierige Aufgaben lösen." Sogar Guppy weiss wies geht: "Mama, ich scheibe. Okay? Ich scheibe fü dich."

 

Sollte ich also in ferner Zukunft irgendwann den Gedanken äussern Theologie zu studieren: Haltet mich davon ab. 

Obschon, keine Sorge, dass erledigt sich eh von selbst, ich höre förmlich wie meine Hirnzellen vor Überanstrengung platzen.

von Miss Propper - Community: miss-propper-allein-zu-haus
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