Thursday, 29. december 2011 4 29 /12 /Dez. /2011 09:35

In der Weihnachtszeit herrscht bekanntlich in allen Familien eine explosive Stimmung. Aber davon soll dieser Artikel nicht handeln, insbesondere deshalb, weil unser Weihnachtsfest ungewohnt friedlich verlief. Es soll sich auch nicht um Väter drehen, die an Silvester ein Vermögen in Form von Feuerwerk in die Luft jagen. 

 

Jedenfalls, fing alles harmlos an: Der eine  Reifen unseres Kinderwagens hatte kaum noch Luft und sollte aufgepumpt werden. Mangels einer kompatiblen Handpumpe, beschlossen wir, den Reifen an einer Tankstelle aufzupumpen. Das ist keine schlechte Idee! Ich, die handwerklich völlig unbegabte und ungebildete Miss Propper habe dies bereits öfters mit dem Kinderwagen der grossen Prinzessin getan. Das nachfolgende Desaster geht also komplett auf die Rechnung von Kaiserpinguin!

Wir spazierten also gemütlich zur Tankstelle um den Reifen aufzublasen. Dort angekommen wurden bereits Schilder aufgestellt: "Achtung Explosionsgefahr! Kein offenes Feuer!" Dies hätte mir bereits eine Warnung sein sollen, aber ich bin ja optimistisch.

Schon bald stellte sich heraus, das Problem war ein nicht mehr gut sitzendes Ventil. Doch mit einer Zange, die man dem Wartungsarbeiter der Tankstelle auslieh, konnte man das Ventil wieder in Position bringen. So wurde gepumpt...Und eine normale Familie wäre jetzt gegangen, ohne Zwischenfall. Nicht so die Proppers, oder besser gesagt: Nicht so Kaiserpinguin.

Kaiserpinguin bemerkte dass der Reifen bereits wieder Luft verlor. "Dann bringen wir das Teil zu einem Fahrradhändler.", war mein Komentar. Doch Kaiserpinguuin, durch und durch Mann und vor allem "Selbst ist der Mann", sagte: "Ich repariere das selbst." Einer etwas klügeren Frau, oder zumindest einer erfahreneren Frau, hätte es jetzt gedämmert, dass nun grosses Unglück auf sie zu kommt. Das ganze Internet ist voll mit Videos von überfluteten Badezimmern, explodierenden Gartenhäuschen und an die Wand genagelten Händen, die alle mit diesem satz anfangen. Und nächstens wird wohl ein Überwachungskamervideo mit Kaiserpinguin als Hauptdarsteller auftauchen. Kaiserpinguin pumpte also so lange weiter, bis der Reifen in tausend Einzelteilen in die Luft flog.

Ich schnappte die grosse Prinzessin und Guppy, und zu dritt stapften wir laut schimpfend los. Ab in den nächsten Coffee Shop (nein es war nicht Starbucks, Ätsch!). Kaiserpinguin und Eljoënai liessen wir mit dem zweirädrigen Wagen da stehen und dachten: So, nun  repariere selbst! Doch wir hatten noch nicht mal unsereGetränke bestellt, als Kaiserpinguin den zweirädrigen Wagen neben mir abstellte und wütend davon schritt, auffällig die verletzte Hand haltend. So sass ich also mit einem zweirädrigen Wagen und drei quengelnden Kindern da. Während wir also Kaffee und Kakao schlürften gingen dutzende Menschen an uns vorbei. Schwupoki`s, eingebildete Teenies, anthroposophische Familien in bunt gemusterten Kleider die garantiert nicht von Missoni sind, und ein paar Randständige. Was haben all diese Menscehn gemein? Alle starrten mich mitleidig an. Tiefer kann man wohl nicht mehr sinken, wenn bereits die Randständigen einen bemitleiden. 

So fasste ich einen Entschluss: In unserer alten, imer noch nicht komplett geräumten Wohnung, stand noch ein alter Kinderwagen. Das Ding ist zwar ein Vorkriegsmodell und schreit nach Armut, aber besser als mein Kind in einem zweirädrigen Wagen zu schieben oder es gar zu tragen.

Den Rest des Einkaufbummels schob ich mein armes Kind in diesem Wagen und erntete noch mehr mitleidige Blicke. Und glauben sie mir, so, macht Ausverkauf- Schnäppchen- Kaufen keinen Spass.

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Wednesday, 21. december 2011 3 21 /12 /Dez. /2011 12:14

Bekanntlich herrscht in der Schweiz der "Kantönligeist". Die Fehde zwischen dem Kanton Bern und dem Kanton Zürich ist legendär und es gibt tausende Witze über diese Hassliebe. So war das Unverständniss gross, wie ich als anständiges "Berner Modi" zu den "arroganten Zürischnurene" gehen konnte. Ich hingegen glaube nicht an Vorurteile und integriere mich ganz toll. So sage ich jetzt "Grüezi" und "Chile". Doch damit sind die Sprachprobleme noch nicht behoben.

 

Die grosse Prinzessin hat nicht nur gelernt, was ein "Güsel" ist und das man ein "Zältli" essen kann, sondern spricht schon ganz passabel die neue Fremdsprache.

 

Der einzige der sich sprachlich nicht integrieren will ist Kaiserpinguin. In all den Jahren die er bereits in der Schweiz lebt, hat er noch kein Wort Berndeutsch gelernt und will auch mit Zürideutsch nicht anfangen. Ausnahmsweise muss ich mal der SVP recht geben: Integration ist wichtig! Hätte sich Kaiserpinguin ordnungsgemäss integriert wäre dieser Vorfall nicht passiert:

 

Die ganze Familie Propper sitzt einig am Tisch und geniesst ein friedliches Nachtessen. Die grosse Prinzessin erzählt von den Ereignissen des vergangenen Tages. So erzählt sie: "Heute in der Pause haben mich die Jungs "ygschnäbelet".

 

Zur Erläuterung für nicht Schweizer: Schnäbi ist ein verniedlichendes Wort für das männliche Geschlechtsteil.

 

Nach dieser schockierenden Enthüllung fällt Kaiserpinguin die Gabel klirrend auf den Teller, sein Mund steht offen und lässt auf das halb zerkaute Buttergemüse blicken, ich bin sicher er atmete einige Sekunden nicht. Irgendwann stammelte er: "Was haben die?" Die grosse Prinzessin schaut erst ihn etwas verwirrt an und schaut dann hilfesuchend zu mir rüber. Ich, jobbedingt, vertraut mit Jugendsprache, verkneife mir das Lachen und erkläre meinem Liebsten: Das "yschnäbele" keine obszöne Handlung ist, die unter das Jugendschutzgesetz fällt, sondern nur das bewerfen einer Person mit Schneebällen meint.

 

Psst.: Zu Weihnachten kriegt Kaiserpinguin einen "Zürideutsch für Anfänger"- Kurs geschenkt.

 

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Wednesday, 23. november 2011 3 23 /11 /Nov. /2011 17:11

Es ist bereits Ende November und ich habe weder die Weihnachtsdekoration fertig, noch Weihnachtsgeschenke gekauft oder Kekse gebacken. Wann auch? Wenn ich die ganzen letzten Wochen damit beschäftigt war, die Jahresplanung 2012 zu gestalten. Als ich Ende letzten Monat endlich das Mammutprojekt "Jahresplan Jugendarbeit" vollendet hatte, trudelten bereits die ersten Hochzeitseinladungen ein. So plane ich als unsere Ferien rund  um meine Projekte, die Hochzeiten unserer Freunde und achte daruf dass das Ganze auch noch in den Schulferien liegt.  

 

Nun ja nicht ganz einfach. Zwischen Kinderarztterminen, jährlichem Kuchenbackwettbewerb, Schulaufführung und Kirchenbazar noch Zeit zum Shoppen oder für die Maniküre zu finden.

 

Doch jetzt habe ich die Lösung! Das Life Book von Organized Mum link macht es ganz einfach, weder den Schulbeginn, noch den Kita- Elternabend und schon gar nicht den eigenen Frisörtermin zu vergessen. Für all das gibts bunte Kleberchen die eingeklebt werden können und einen so förmlich dazu zwingen Freitag abend einen Babysitter zu organisieren um einen lustigen Party-Kleber benutzen zu dürfen.

 

Ich hetze zwar immer noch von Planungssitzung zu Planungssittzung, und sammle Hochzeits- Geburtstags-  und Verlobungspartyeinladungen. Doch jetzt werden die Termine versüsst mit dem gleichen Prinzip wie meine Fendi- Geldbörse das Bezahlen versüsst: Es ist immer noch nicht toll tausend Termine unter einen Hut bringen zu müssen, aber ein stylishes Accessoire macht es garantiert viel leichter zu ertragen.

 

 

 

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Tuesday, 8. november 2011 2 08 /11 /Nov. /2011 19:46

Vor einiger Zeit las ich mal einen erheiternden Blog über eine Mutter die mit ihrem Sohn, der sich weigerte sein Spiderman- Kostüm auszuziehen, herumstritt. Ich gebe offen zu, ich beneidete diese Mutter. Hätte ich nur auch so ein durchgeknalltes Kind, ich würde keine Schreibblockade mehr kennen. Wie langweilig sind doch meine normalen Kinder?

 

Nun ja, seit heute gehöre ich dazu! Auch ich habe ein durchgeknalltes Kind!

 

Heute morgen weigerte sich Guppy ohne ihr Nachthemd in die Krippe zu gehen. Ich debattierte, befahl, bestach, bettelte und drohte, währendem die Uhr unaufhaltsam tickte, alles ohne Erfolg. Schliesslich gab ich völlig entnervt auf und erlaubte ihr , ihr Nachthed über ihren Klamotten anzubehalten.

 

So stapfte ich mit einer halben Stunde Verspätung und meiner stolzen Tochter im Schlepptau los. Unterwegs erntete ich ungläubige Blicke, spaziert diese "Mutter" tatsächlich mit einem Kind im Nachthemd durch die Stadt? Ich senke meinen Blick und schreite entschlossen aus.

 

Endlich in der Krippe angekommen ist das Nachthemdproblem, mein kleinstes Problem. Die Krippenleiterin empfängt mich mit strafendem  Blick und erklärt mir, dass Pünktlichkeit unerlässlich sei, wenn sich meine Kinder hier wohl fühlen sollen. Irgendwie ahne ich, dass die Nachthemdgeschichte wohl keine gute Erklärung wäre, so nicke ich schuldbewusst und verspreche mich zu bemühen.

 

Ich sprinte ins Büro, lasse den Kaffee ausfallen und arbeite auf Hochtouren um die verlorene Zeit aufzuholen. Kurz vor Mittag haste ich in den nächsten Supermarkt um noch schnell einzukaufen. Aus den Augenwinkeln nehme ich noch den Herrn mit der Obdachlosenzeitung wahr. Doch jetzt ist Milch und Brot wichtiger. Im Laden treffe ich Frau Müller, ich grüsse nett und Frau Müller setzt an mir zu erzählen, dass sie bald eine neue Hüfte brauche. Tragisch, aber die Zeit... Ich wimmle Frau Müller etwas unsanft ab und spurte mich zur Kasse. Wieder draussen fällt mein Blick wieder auf den Mann mit der Obdachlosenzeitung, dann auf Die Uhr. Tut mir leid, ich muss rennen.

 

Wieder zu spät und wieder erwartet mich eine Strafpredigt. Zu Hause beginne ich gleich mit Kochen. Guppy ruft immer wieder: "Mama,, tinken! Mama, tinken haben... jetzt!" Ich antworte immer wieder mit: "Ja Schatz, Mama kommt gleich." Solange bis ich höre wie meine Tochter beim Versuch sich ein Glas Limonade einzuschenken, ihrem Bruder eine Flasche Limonade über den Kopf giesst.

 

Noch während wir unser Mahl geniessen klingelt es. Wer sollet den bei uns klingeln? Wir kennen doch noch kaum Jemand. Als ich die Tür öffne, steht eine Freundin der grossen Prinzesssin samt ihrer Mutter vor der Tür. Ich würde sie ja gerne hereinbitten, hätte Eljoënai nicht gerade mein ganzes Bücherregal ausgeräumt.

 

Nun ja, dieses Nachthemd hat meinen Tag, den der Krippenleiterin, den meiner Bürogemeinschaft, den des Obdachlosen, den von Frau Müller und den von Kaiserpinguin der mich jetzt ertragen muss, versaut. Wer hätte gedacht, dass der Weltfrieden an einem Nachthemd hängt?

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Friday, 4. november 2011 5 04 /11 /Nov. /2011 10:16

Aus meiner Sicht hätte man das Wort Himmel in der Überschrift ohne Weiteres streichen könenn. Denn an Himmlisches kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern, wenn ich an das letzte Konflager denke. Nun weiss ich genau wie die Hölle aussieht: 45 betrunkene Teenies, drei heillos überforderte Leiter und viel zu wenig zu essen. 

Doch von Anfang an: Der Tag davor: Ich plage mich mit dem Bestellsystem eines Onlinesupermarktes rum und entgehe nur haarscharf einer Verhaftung wegen Kreditkartenbetrugs.

 

Tag 1: Abfahrt 09:38. Doch um 09:37 versuche ich immer noch verzweifelt einer Bahnangestellten mit einem IQ von maximal 50 zu erklären, wieviele Tickets ich brauche. Trotzdem schaffe iches gerade noch rechtzeitig in den Zug zu springen. Nach zweilangen Stunden im zug erreichen wir im strömenden Regen unser Ziel. Also werden 45 Konfirmanden samt Gepäck in den Bus gepackt. Der Busfahrer verpasst den Halt und schmeisst uns mitten in der Pampa raus. Eine halbe Stunde laufen unter  "Siiiee, wänn simmer ändlech da?" und "Siiie, miniLlacoste-Turnschueh sind nass!"- Geplärre. Bloss wo steckt der Vermieter mit dem Schlüssel? Ab ins Restaurant. Doch auch dort weiss niemand wo der Vermieter ist und auch von meiner Brotbestellung weiss hier niemand was.

 

1. Nacht: Allein und verzweifelt kämpfe ich in der Mädchenabteilung mit den Girls die nicht schlafen wollen. So finde ich meine Vorzeigekonfirmandin im Klo, am Boden mit der Klobürste im Arm. Auf die Frage ob sie betrunken sei, antwortet sie: "Nein, dein Sohn heisst Eljoënai." Soll das ein Beiweis für Nüchternheit sein? Ich habe mal in volltrunkenem Zustand die Staaten der USA in alphabetischer Reihenfolge aufgesagt und danach mit einem Typen geschlafen der es definitiv nicht Wert war. Nun ja strafe muss sein und ich überwache die nächsten drei Stunden wie der Rest der Mädchentruppe unter lautem Kreischen, Kotze aufputzt. Die betrunkene Diva schläft derweil bei uns im Leiterzimmer und kotzt später noch dem Pfarrer über den Schlafsack.

 

Tag 2: Kein Schlaf, schlechter Kaffee und Katerstimmung tragen sehr zum folgenden Ereigniss zu. Wir gehen Klettern. Die Hälfte fühlt sich sowieso nicht fit, muss aber trotzdem mit und der Rest schläft in der Kletterhalle ein. Ich habe gerade eben 400 Franken für diesen Nachmittag bezahlt und drehe langsam durch. Nach der Moralpredigt des Pfarrers die auf Gnade beruhte halte nun ich eine Predigt deren Inhalt NICHTS mit Gnade zutun hat.

 

Tag3: Wir sind erschöpft und brauchen Ruhe, so eraluben wir den Jugendlichen in die Stadt zu fahren. Unser lieber Vikar bereitet untedessen im dunklen und kalten wald drei(!) Feuer vor. Doch unsere Teenies tauchen einfach nicht auf. Währenddem ich und der Pfarrer im Lagerhaus sitzen und warten, rennt der Vikar wie Rumpelstilzchen zwischen den drei(!) Feuern hin und her und verschüttet zu guter Letzt den Tee. Als wir endlich kommen, erntet er anstatt Dank nur die Frage:"Sie, können sie nicht meine Wurst braten, ich mag den Stock nicht selber halten." Als wir uns zum Tagesschluss wieder treffen, sind die Jugendlichen so betrunken dass sie sogar bei "We Are the world" die zweite Stimme singen. Nun ja, was solls schliesslich singen sie endlich.

 

Am nächsten Tag ist endlich Abreise. Ich kannn es nicht mehr erwarten zu meinen lieben, wohlerzogenen, nüchternen Kindern nach Hause zu kommen. Nur, wir müssen noch putzen. Als endlich der Vermieter in Form eines Just- Beraters (mittlerweile weiss ich, das ein Justberater ein im Aussendienst tätiger Experte für Schönheit ist). Mit verbundenen Augen warf er jedes Zimmer in die Waagschale und die Schale sank, sank tief. Schlusendlich räumte ich auf Knien Bierdosen unte rden Betten hervor, währendem die Verursacher im Restaurant sassen und Bier tranken.

 

Jedenfalls, der Himmel ist mir sicher, meinen Teil der Gehenna hatte ich schon.

 

 

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